Pfarre St. Severin in Aachen - Eilendorf gründet Sozialwerk
In Zeiten, in denen die katholische Kirche immer mehr
in die Kritik gerät und der christliche Glaube in der Gefahr ist, zu einer
Randerscheinung zu werden, will die Pfarre St. Severin in Aachen-Eilendorf Zeichen
setzen. Durch die Gründung der Katholischen Stiftung Sozialwerk St. Severin
wird man bei der Pfarre St. Severin in Eilendorf künftig in der Lage sein,
die christliche Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit in erheblichem Umfang zu
fördern.
Pfarrer Peter Pütz sieht in den Möglichkeiten der Stiftung einen neuen pastoralen Ansatz, aus der Beziehung zu Jesus Christus über kirchliches Engagement tätige Nächstenliebe zu leben. Gott wird spürbar, so Pfarrer Peter Pütz, auch in der Begegnung mit Menschen, die Verständnis und Liebe für ihren Nächsten aufbringen. Jeder auch noch so bescheidene Einsatz für den Anderen macht unsere Welt ein wenig besser.
Zum Werdegang
Das Grundstück in Aachen-Eilendorf, Kirchfeldstr. 34, auf dem derzeit die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen aufgrund eines Erbpachtvertrages mit der Pfarre St. Severin das Seniorenzentrum St. Severin betreibt, steht im Eigentum der Kirchengemeinde St. Severin und ist mit einer Auflage behaftet. Diese Auflage beruht letztlich auf einer Grundstücksschenkung des am 14.04.1906 verstorbenen Johann Joseph Thelen aus Eilendorf, der in seinem notariellen Testament verfügt hatte, dass die Pfarre verpflichtet sei, auf dem geschenkten Grundstück eine Verwahrschule oder ein Spital zu errichten.
Der Stiftungsauflage folgend wurde im Jahr 1965 das Altenheim St. Franziskus - heute Seniorenzentrum St. Severin - errichtet.
Im Jahr 1999 wurde der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen an dem Grundstück ein Erbbaurecht eingeräumt verbunden mit der Vereinbarung, das Seniorenzentrum zu modernisieren und zu betreiben. Die Katholische Stiftung Sozialwerk St. Severin hat nunmehr den Auftrag, die Verpflichtung aus der Schenkung des Herrn Johann Joseph Thelen zu gewährleisten. Der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde hat deshalb entschieden, mit den Einnahmen aus dem Erbbaurecht eine Stiftung zu errichten, die soziale Aufgaben im Gemeindegebiet der Stifterin wahrnimmt und den Fortbestand des Seniorenzentrums St. Severin sicherstellt.
Ein Drittel der Einnahmen werden dazu verwendet, die finanziellen Mittel anzusparen, die erforderlich sind, im Falle des Ablaufs der Erbbauberechtigung das Seniorenzentrum St. Severin wieder zu übernehmen.
2/3 der Gelder werden dazu verwendet, soziale Projekte durchzuführen und zu unterstützen. Es ist mit dem Stiftungswerk nicht beabsichtigt, Mittel zur Verfügung zu stellen, um größere oder dauerhafte Investitionen zu tätigen. Nach dem Stiftungszweck sollen immer nur einzelne Vorhaben gefördert werden, deren Laufzeit und finanzieller Umfang begrenzt ist. Diejenigen, die solche Mittel beantragen, sollen dazu angehalten werden, zunächst eigene Ideen zu entwickeln und eigene Mittel beizusteuern, bevor die Stiftung ihrerseits finanzielle Unterstützung gewährt.
Stiftungsvorstand Dr.Johannes Delheid: Mit diesem Sozialwerk werden wir jährlich erhebliche Mittel zur Verfügung haben, um christliches und soziales Engagement in unserer Pfarre zu unterstützen. Dabei werden wir in einem geordneten Antragsverfahren über jeden Unterstützungsvorschlag in dem Sinne entscheiden, dass wir dort helfen, wo eigene Leistung und eigenes Engagement allein nicht ausreichen. Dabei liegt unser Augenmerk insbesondere auf den Kindern und Jugendlichen unserer Pfarre und deren Familien. Ebenso werden wir in der Seniorenbetreuung erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellen können. Die Angehörigen unserer Pfarre sollen angeregt werden, Bedürftigkeit zu erkennen und Hilfs- und Förderkonzepte zu entwickeln. Bedürftige sollen erleben, dass es Menschen gibt, die für Ihre Situation Auge und Ohr haben und auch bereit sind, tätige Unterstützung zu leisten und zu organisieren. Christliche Familien- Jugend- und Seniorenarbeit soll in der Pfarre St. Severin in neuer Dimension erlebbar werden.
Mit großem Interesse erwarten nunmehr Kuratorium und Vorstand der Stiftung Anträge aus dem Kreis der Pfarrangehörigen.
Stiftungsvorstand
Dr. Johannes Delheid (Vors.)
Herbert Schaber (Stellv. Vors.)
Heinz Schleiffer
Dieter Verheyen
Franz-Hubert Vossen
Kuratorium der Stiftung
Pfarrer Peter Pütz
Matthias Bartz
Ludwig Flachskampf
Matthias Lürkens
Peter Quadflieg
Aachen-Eilendorf, den 6. Juli 2004